Magazinbeitrag

Erfrischung pur – neue Julep-Variationen

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Erfrischung pur – neue Julep-Variationen

Ob traditionell minzig oder ein bisschen crazy: die simple, erfrischende Mischung aus Spirituose, Minze, Zuckersirup und Eis passt perfekt zu warmen Nachmittagen, lauen Nächten und entspannten Treffen mit Freunden.

Wenige Mixgetränke genießen eine längere Tradition: Schon im alten Arabien wurde Wasser mit frischen Rosenblättern zum „Julab“ versetzt, um das wertvolle, aber nicht immer genießbare Nass trinkbar und wohlschmeckend zu machen.

Simpel, stark, gut

Mit der Erschließung Amerikas gelangte das verblüffend einfache Grundrezept dann über den Atlantik: Bereits 1803 genossen Plantagenbesitzer in Virginia gern „gleich am Morgen einen spirituösen Drink, mit Minze versetzt“. Der Pick-me-up im Silberbecher wurde allerdings meist mit Rum oder Brandy zubereitet und so zum nahen Mojito-Verwandten – etwas Limette in den Mix, und schon schmeckt es frisch-karibisch! Der spätere Schwenk zum Bourbon-Whiskey wird den damals armen Südstaatlern zugeschrieben, die sich die „feinen Spirituosen“ schlicht nicht leisten konnten.

Eine Frage der Politik

Die blitzschnelle Verbreitung war allerdings auch eine Frage der Politik – genauer gesagt, eines prominenten Volksvertreters:  Der langjährige US-Senator und Außenminister Henry Clay trug maßgeblich zur Popularisierung des Mint Juleps bei; später weckten Filme wie „Vom Winde verweht“ oder  Sean Connery als James Bond in „Goldfinger“ weltweites Interesse am perfekten Veranda-Drink. 

Ein Klassiker macht das Rennen

Rund um Kentucky gilt der Julep mittlerweile als echtes Nationalheiligtum, das pflichtgemäß zum „Derby Day“ oder offiziellen Feiertagen serviert wird. Schöner Nebeneffekt der Julep-Tradition: Laut US-Folklore verdanken wir diesem Drink auch den Strohhalm – um beim Schlürfen nicht ständig Grünzeug zwischen die Zähne zu bekommen, dachten sich findige Barkeeper den filternden Trinkmechanismus aus.

Neue Noten mischen mit

Der Julep, wie wir ihn kennen, lässt sich mittlerweile selten ohne Minze blicken, doch jenseits der Kentucky-„State Line“ sehen wir das nicht ganz so eng: Moderne Barkeeper erweitern das Julep-Repertoire gerade locker um Geißblatt, Jalapeno-Chilis, und Tiki-Noten. Auch unsere Mixologen wagen den Blick über den Glasrand, um dem verblüffend einfachen Grundrezept ganz neues Leben einzuhauchen.

Kleine Auswahl gefällig? Entdecken Sie die gesamte Julep-Bandbreite: vom klassischen – und einfach hinreißenden – Mint Julep bis hin zur „Crazy“-Variante, die Kirschwasser und Salbei in spannenden Einklang bringt.

Datum: 15.12.16 um 14:51 | Kategorie: Cocktail-Trends

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